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Rundwanderweg A3 "Nördliches Almena"


Rundwanderweg A3 - „Nördliches Almena“

Parkplatz Volksbank (137m ü.NN.)

 

Vom Parkplatz der Volksbank gehen wir über die alte Almebrücke aus Bruchstein und kommen an der Wandertafel und an der Schutzhütte vorbei zur Hauptstraße. Dort gehen wir nun einige Meter Richtung Osten und kommen zur Apotheke, hinter der wir links hinunter zur Alme wandern (km 0,2). Über die kleine Brücke erreichen wir direkt am Denkmal „Alte Färbe“ die Alte Dorfstraße.

Dieses Gebäude diente in längst vergangenen Zeiten zum Färben der Stoffe für den täglichen Bedarf.  Wir gehen auf der alten Dorfstraße rechts, an alten Häusern und der Alme entlang, dem Bach der unserem Dorf seinen Namen gab.
Wir überqueren die Alme (km 0,5), erreichen die Hauptstraße (km 0,6) (134m ü.NN.), gehen rechts Richtung Dorfmittelpunkt, biegen aber bald wieder links in den Fliederweg ein. Hier sieht man die Häuser der ersten großen Neubauwelle nach dem 2. Weltkrieg.
Links bei (km 0,7) durch den Lilienweg kommen wir zu einem Spielplatz an dessen Ende wir rechts in die Straße „Am Brink“ (km 0,9) kommen. Diese, besonders durch die Anlieger gepflegte Siedlungsstraße mündet in die Fütiger Straße auf die wir links abbiegen (km 1,1) (150m ü.NN.).
Bergab kommen wir an zwei Fabrikantenhäusern vorbei nach Fütig (km 1,4) (130m ü.NN.). Vor der Brücke über das Flüsschen Exter können wir 100m rechts gehen und linker Hand hinter den Schienen der Extertaler Draisinenstrecke die alte Wassermühle der Familie Brandt sehen.
Gegenüber der Mühle sieht man die Gebäude der ehemaligen Molkerei, in der der bekannte Fütiger Butterkäse produziert wurde. Nach überqueren der Exterbrücke kreuzen wir die Bahnschienen der Extertalbahn, ein einst sehr bedeutendes Verkehrsmittel für die Bewohner Almenas.
Heute fahren hier Touristen und Einheimische mit Fahrraddraisinen von Rinteln bis nach Alverdissen und zurück. Direkt am Haltpunkt Fütig liegt der Biergarten und Spielplatz der Gaststätte 3er’s Eck (km 1,5) (130m ü.NN.).
700m weiter entlang der Draisinenstrecke könnte man im alten Bahnhof Almena/Rickbruch kalte Getränke, Kaffee und Kuchen, aber auch deftiges und herzhaftes Essen genießen und sich auf gemütlichen Bänken draußen wie drinnen ausruhen. Von dort gelangt man nach einem weiteren Kilometer Richtung Norden zum Gut Rickbruch, wo man wieder auf den Rundwanderweg stoßen könnte. Nach einer kleinen Stärkung bei 3er’s Eck überqueren wir aber auf dem eigentlichen Rundwanderweg A3 die vielbefahrene Extertalstraße und gehen gegenüber an der Straße „Im Siek“ bergauf.
Nur wenige Meter von der Kreuzung entfernt, 10m vor dem Hinweisschild „Fütig“ führt ein schmaler Pfad über den Siekbach und zu einem Wegweiser des „Patensteigs“. Hier befinden sich rechter Hand im Siektal hoch in der näheren Umgebung die Extertaler Wasserfälle und einige sehenswerte Findlinge. Bei guter Wasserführung sind sie ein lohnenswerter Abstecher und in ca. 20min. (Hin + Rückweg) zu erkunden.

Wir folgen nun immer dem kleinen Pattweg der nun oberhalb der Extertalstraße im Wald entlang führt. Hier ist guter Gleichgewichtssinn erforderlich, weil der Weg manchmal dicht an der Steilkante entlang führt. Wir kommen nun in das nächste Seitental der Exter, überqueren auch den dortigen Bach über ein paar große Steine und steigen auf der anderen Bachseite am Wasser entlang wieder empor. Bis hierher haben wir ca. 1 Stunde Wanderzeit hinter uns. Hier sehen wir einen weiteren kleinen Wasserfall und Findlinge die verstreut im Wald liegen. Oben angekommen verlassen wir den Wald und wandern nun auf einem geteerten Wirtschaftsweg in Richtung Gut Rickbruch erstmal immer bergauf.

Der Teerweg führt links an einem kleinen Wäldchen vorbei in dem sich einige weitere Findlinge - Reste der letzten Eiszeit - befinden. (179m ü.NN.) Das Wäldchen mit einer Scheune umrunden wir aber rechts über den Feldweg (191m ü.NN.), beide Wege treffen nördlich wieder zusammen. Nun geht es einige Zeit durch den Wald bergab (168m ü.NN.) bis der Weg eine Linkskurve beschreibt.
Hier könnten wir rechts bachaufwärts durch eine Furt zu einem Wasserfall des Rickbaches kommen. Wir gehen aber auf die Bruchsteinbrücke geradeaus. Von hier aus können wir geradeaus am Waldrand entlang zum Cafe Harmonie nach Bremke in den Goldenen Winkel gelangen. Unser Wanderweg führt aber hinter der Brücke bachabwärts (130m ü.NN.) durch das Gartentor. Auf der rechten Seite sehen wir mehrere Gräber der Familie Hein, die auf Gut Rickbruch gewohnt haben. Dies ist gleichzeitig der östliche Teil des Parks, der einst das Herrenhaus von Gut Rickbruch umgab, bevor die Extertalstraße hier langgeführt wurde. Wieder auf dem Teerweg können wir über die Brücke bequem die Extertalstraße überqueren und zur eigentlichen Hof- und Wohnanlage des Gutes kommen. (116m ü.NN.)

Gebäude und Ausstattung:

Herrenhaus, zweigeschossiger Putzbau in Form des reduzierten Reformstils mit neubarocker

Prägung, Architekt Heiderich, Paderborn, 1929.

Art der Grünanlage: Historischer Gutspark.

Entstehungs- / Entwicklungsgeschichte:

Die Kgl. Preuß. Landesaufnahme von 1896 zeigt einen Landschaftspark, der sich entlang eines kleinen Seitenbachs der Exter in Ost-West Richtung erstreckt. Am Ostende des Parks befinden sich ein Steinbruch und ein Erbbegräbnis. Unmittelbar nördlich des leicht erhöht liegenden Herrenhauses ist der Bach zu einem Teich aufgestaut. Der Park ist in weiten Teilen von einer Bruchsteinmauer eingefasst.

Heutiger Zustand / Nutzung:

Durch den Bau der Extertalstraße in den 70er Jahren wurde der Park geteilt.

Der Parkteil westlich der Schnellstraße wird durch den Teich und alten Baumbestand sowie eine weite Rasenfläche bestimmt. Die Mauer ist weitgehend erhalten. Der privat genutzte Park befindet sich in einem guten Pflegezustand.

Unterhalb der Arbeiterhäuser findet man noch Teile des Turbinengrabens mit einem Wasserrad zur Stromgewinnung. Wir folgen dem E des Extertalpfades und überqueren erneut die Schienen der Draisinenstrecke und das Flüsschen Exter (110 m ü.NN.).

Um das hinter den Schienen aufgestellte Tor zu überwinden benutzen wir einfach den Durchgang für Wanderer an der rechten Seite. Nun kommen wir in den sogenannten Hugenbergschen Wald.

Alfred Hugenberg war bürgerlicher Besitzer des Hegerhofes und von Gut Rohbraken zu dem wir bald kommen. Er ist der einzige Besitzer eines Almenaer Kolonates, der weltgeschichtliche Bedeutung erlangte. Als Vorsitzender des Direktoriums der Firma Krupp (1909-18) baute er ab 1916 den nach ihm benannten Hugenberg-Konzern auf, ein riesiger Medienkonzern mit eigenen Unternehmen im Bereich der Presse und des Film (Ufa). Der Hugenberg-Konzern setzte sich vor allem für „deutschnationale“ und „alldeutsche“ Ziele ein und beeinflusste die öffentliche Meinung in diesem Sinne. Hugenberg wurde 1919 Mitglied der Weimarer Nationalversammlung, ab 1920 des Reichstages. 1928 wurde er Vorsitzender der konservativ-radikalen Deutsch-Nationalen Volkspartei. 1929 stand er mit Hitler an der Spitze der sog. Nationalen Opposition. 1933 war er 5 Monate Reichswirtschafts- und Ernährungsminister. Er trat zurück, verlor große Teile seines Medienkonzerns an die NSDAP, konnte sein Privatvermögen aber behalten. Nach dem Krieg wurde er verhaftet, jedoch nie verurteilt. 1951 starb er auf Gut Rohbraken und ist auch dort beerdigt.

Der Weg beschreibt eine Rechtskurve, nach einiger Zeit zweigt links ansteigend der Extertalpfad ab, Hier gehen wir auf dem Teerweg noch ein Stück weiter geradeaus (120m ü.NN.)

und kommen oberhalb des großen Stauteiches in einer scharfen Linkskurve zum Erbbegräbnis der Familien Adickes und Hugenberg.

Von dort gehen wir bis zur Abzweigung des Extertalpfades zurück und folgen diesem bergauf über den Waldweg. Der Weg steigt nun bis auf 154 Meter über Normal-Null an und führt uns zum Waldrand. Hier sieht man rechts Gut Rohbraken 143m Ü.NN).
Dies war uralter Besitz des Stiftes Hameln, das es an seine Erbschultheißen, die Herren von Zerssen, als Lehensgut ausgab. Diese Adligen besaßen ein Rittergut in Eisbergen und in Rinteln einen adligen Hof, der jetzt als Privatklinik genutzt wird. Nach dem Aussterben der Familie von Zerssen kam Rohbraken im 19. Jhd. In bürgerliche Hände an die Familien Adickes und Hugenberg. Vom Waldrand biegen wir aber links wieder in den Wald und folgen dem etwas schmaleren Fußweg. Wir durchqueren auf diesem Weg den Wald, bevor wir durch die Einzäunung aus Schafdraht kommen, können wir links unten im Bachbett das Naturdenkmal „Evastein“entdecken. Es ist ein besonders großer Findling aus der letzten Eiszeit.
 

Am Ende des Waldes wartet ein überdachter Rastplatz auf uns, dann am Feld entlang. Hier haben wir einen schönen Ausblick auf die Porta Westfalica mit dem Kaiser-Wilhelm-Denkmal.

Am Ende des Feldweges erreichen wir den Schnadtweg. Hier sind wir bereits auf einer Höhe von fast 200 Metern über dem Meeresspiegel und genießen einen herrlichen Ausblick auf die Weserberge und das umliegende Extertal.  - Es besteht hier die Möglichkeit die Wanderung zu beenden und auf kurzem Weg zum südlich gelegenen Parkplatz an der Volksbanz zu gelangen (siehe gestrichelte Linie auf der Karte im Innenteil). -

Wer aber die komplette Strecke erwandern will, geht oben am Ende des Schnadtweges kurz rechts auf die Straße „Almenaer Berg“, verlässt diese aber gleich wieder nach links und wandert weiter bergauf.

Im Rücken das Panorama des Weserberglandes erreichen wir den „Nüllbergweg“ (199m ü.NN.), den wir überqueren und geradeaus weiter wandern. Vor der Hofeinfahrt biegen wir links auf einen Fußweg, um in die Nähe des Ausflugslokals „Haus Breiding“ auf 214m ü.NN. zu kommen.

Wir können oberhalb des Lokals nach rechts in den Wald gehen und nach ca. 200m auf einem Pattweg bergab den unteren Waldrand erreichen. Hier bietet sich ein schöner Ausblick auf das Tal der Alme und das Almenaer Nachbardorf Lassbruch.

Wir folgen dem Waldrand in südöstlicher Richtung, durchqueren den Steinbruch (181m ü.NN.), haben immer noch den schönen Blick über das Tal und kommen schließlich zu dem schön gelegenen Lokal „Haus Breiding“ (205m ü.NN.).

Vom Panoramawintergarten genießt man bei jedem Wetter den herrlichen Blick auf das Tal der Alme bis Malmershaupt und die sich anschließenden Höhen, über die der Rundwanderweg A1 „südliches Almena“ führt.

Vom Lokal aus folgen wir in östlicher Richtung dem Zufahrtsweg. Nach ca. 500m biegen wir scharf rechts ab (193m ü.NN.) und kommen bergab schließlich auf einem schmalen Fußweg links an einem Hof vorbei (188m ü.NN.) zu einer Asphaltstraße (182m ü.NN.). Dort bergab und links vor den Häusern über einen Fußweg. Wir folgen dem Weg zum Fernsehturm. Dort weiter bergan und oben rechts. Über den Weg „Auf der Meinde“ gelangen wir zur Straße „Almenaer Berg“ überqueren diese, und folgen dem schräg gegenüber liegenden „Tannenweg“ bis ans Ende. Dort über den Fußweg links und dann rechts zum Wald. Am Ende dieses Weges beginnt das Freizeitgelände „Rosenberg“.

Hier findet man zahlreiche Ameisenhügel. Über viele Stufen geht es 10m steil bergab zur Festwiese am Rosenberg.

Unten angekommen gehen wir über die Wiese, halten uns rechts und kommen auf der „Alten Dorfstraße“ zur Rückseite der evangelisch reformierten Kirche von Almena.

Das Bistum Würzburg war für die Christianisierung unserer Heimat um 800 nach Christus zuständig. Sie erbaute für den Osterburg-Gau, zu der das Gebiet unseres Dorfes gehörte eine Pfarrkirche in Exten bei Rinteln. Länger als 400 Jahre gehörte auch Almena zu dieser Urkirche. 

Im 12. Jahrhundert wurden mit der Großen Rodung die Hofstellen Almena und Nalhof zu Dörfern, der Meierberg wurde urbar gemacht. Almena gehörte damals den Grafen von Sternberg, die die Rechtsnachfolge der Osterburg-Grafen angetreten hatten. In ihnen kann man die Stifter unserer Kirche sehen. Leider gibt es keine mittelalterlichen Urkunden über die Pfarrei Almena mehr, erst 1510 wird sie erwähnt. Man kann die Entstehung aber aufgrund vieler Hinweise auf das Jahr 1200 schätzen. Sie ist wie alle Kirchen des Mittelalters als Wehrkirche in Ost-West-Richtung erbaut. Bis zur Reformation unterstand der Priester (Plebanus) dem Bischof von Minden. Bis 1780 wurden alle Toten hier rund um die Kirche begraben. Wie die Einführung des römischen Glaubens, so kam auch die Hinwendung zum Evangelium für Almena von Außen. Der regierende Graf Simon V. zur Lippe war bis zu seinem Tod ein treuer Sohn der katholischen Kirche. Nach seinem Tod erzwang der regierende Landgraf von Hessen die Einführung der Reformation in Lippe. 1538 war Lippe lutherisches Land. Ohne Widerstand vollzog sich der Wechsel der über 300 Jahre geltende katholische Ordnung zur lutherischen Reformation. 1605 wurde die Einführung des reformierten Glaubens vom Grafen Simon VI. befohlen.

Auf der anderen Seite der Kirchstraße, befindet sich etwas oberhalb der Kirche das gelbe Daniel-Schäfer-Gemeindehaus der evangelisch-reformierten Kirchengemeinde Almena.

Wir gehen die Kirchstraße nun nach unten und sehen auf der rechten Seite das alte historische Feuerwehrhaus von 1907, damals „Sprützenhaus“ genannt.

Hier befindet sich heute immer noch die historische von Pferden gezogenen Handspritze, die bei Umzügen durch das Dorf von der Feuerwehr mitgeführt wird.

In dem Turm wurden früher die Schläuche hängend aufbewahrt um sie vor Schäden zu schützen. Schon vor 1799 muss bereits seit langer Zeit eine Freiwillige Feuerwehr, damals Spritzengesellschaft genannt, in Almena existiert haben.

Wir erreichen nun bequem die „Hauptstraße“ (138m ü.NN.).

Wir gehen nach links an der Straße entlang und sehen schon unseren Ausgangsparkplatz an der Volksbank.

Nur ein paar Meter weiter die Hauptstraße entlang befindet sich das griechische Restaurant „Akropolis“ im Haus Almena.